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09/11/2007

1.4509 - Die günstige Alternative zu 1.4301

Während in den ersten Monaten dieses Jahres der rostfreie Werkstoff 1.4509 wegging wie die sprichwörtliche „warme Semmel" hat der Drang auf diese ferritische Alternative zum austenitischen 1.4301 nun leider spürbar nachgelassen.

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Anlass dieser Entwicklung sind jedoch nicht eventuelle schlechtere Eigenschaften des Ferrits - sowohl Untersuchungen als auch die positiven Reaktionen derVerarbeiter zeichnen ein äußerst positives Bild dieses Werkstoffs - sondern der sich in den letzten Monaten verringernde Preisabstand zwischen 1.4301 und 1.4509, verbunden mit der geringen Akzeptanz magnetischer Edelstahlprodukte in der Bevölkerung.

 

Für beide Punkte gilt jedoch: „Zu kurz gedacht!". Aktuell liegt der Preisunterschied zwischen dem klassischen Austenit 1.4301 und dem doppelt stabilisierten Ferrit 1.4509 - inklusive Legierungszuschlag - bei ca. € 1250,--/to. Eigentlich genügend Grund über einen Wechsel nachzudenken, denn auch langfristig wird der Preisunterschied attraktiv bleiben.

 

Warum sind Ferrite überhaupt magnetisch? Der Grund liegt in der Atomstruktur(Gefüge). Ferrite besitzen ein kubisch-raumzentriertes Kristallgitter. Erst durch das Hinzufügen von sogenannten Austenitbildnern wie Nickel oder Mangan wird der Werkstoff unmagnetisch. Austenit kommt bei Raumtemperatur nur in Legierungen vor und bildet ein kubisch-flächenzentriertes Kristallgitter. Auf die Korrosionsbeständigkeit des Material hat die Art des Kristallgitters jedoch keinerlei Einfluss.

 

Auch die Menge des beigefügten Nickels bewirkt hinsichtlich der Korrosionsbeständigkeit nichts. Ansonsten gäbe es nicht Ferrite, die hinsichtlich ihrer Rostbeständigkeit bessere Werte aufweisen als 1.4301. Doch was ist dann für die geringe Empfindlichkeit von Edelstahl gegenüber Rost verantwortlich? Ein genauer Blick auf die Passivschicht verrät den Wohltäter. Diese Schicht besteht aus Chromoxid. Solange diese Schicht nicht zerstört wird, ist Edelstahl gegen Rost resistent.

 

1.4509 mit seinen 17,8% Chromanteil hat nur 0,4% weniger Chrom als 1.4301. Übrigens bestehen Waschmaschinentrommeln seit Jahren aus Ferriten und verursachen keine Rostflecken in der Wäsche. Spätestens nach dieser Erkenntnis sollte man die Verarbeitung einer Probemenge konkret ins Auge fassen.

 

Aber Ferrite und damit auch 1.4509 sind nicht nur „gleichwertige Konkurrenten" der Austenite. In manchen Punkten sind magnetische Edelstähle den Austeniten auch überlegen. Ein Vorteil ist z.B. die gleichmäßige Ausdehnung des Edelstahls und seiner Oxidschicht bei Ferriten. Während bei Austeniten unter Hitzeeinwirkung und der damit verbundenen Ausdehnung stetig die Oxidschicht aufreist bleiben Ferrite davon gänzlich unbeeindruckt. Eventuell kennen Sie dieses Problem von häuslichen Herd: unebene Edelstahlkochtopfböden. Diese werden in den deutschsprechenden Ländern großteils nach wie vor aus Austenit gefertigt. Trotz des bekannten Nachteiles. Eingefahrene Wege sind eben nur schwer zu verlassen. In den meisten anderen Gebieten dieser Welt schwört man auf Kochtöpfe aus Ferrit und freut sich über einen stets ebenen Topfboden.

 

Letztlich ist auch der Magnetismus ein Vorteil. Zumindest dann, wenn Sie zur Verfügung stehende Flächen als Pinwand verwenden wollen. Von „Omi's Kochrezept" bis „Aufzug außer Betrieb", irgendein Grund findet sich immer.Also warum warten, bis die Legierungszuschläge wieder bis ins unendlich steigen?Von steigenden LZ's profitiert einzig die Börse. Weder Walzwerk noch Verarbeiter oder Endkunde haben davon etwas. Im Gegenteil! Er erschwert allen den Vertrieb ihrer Erzeugnisse. Eventuell sind gerade Ihre Produkte zur Umstellung auf 1.4509 bestens geeignet und Sie damit hervorragend gegen Ihren Mittbewerb gewappnet.

Ende